Charaktere

Marie Chouinard: Tänzerin und Choreografin
28. Februar 2011

in Québec

Über 50 solistische Arbeiten kreierte die Choreografin und Tänzerin Marie Chouinard, 1955 in Québec geboren, zwischen 1978 und 1990 für sich selbst, ehe sie nach erfolgreicher Solotänzer-Karriere ihr eigenes Ensemble in Montréal gründete: die Compagnie Marie Chouinard. Vor allem mit den Interpretationen von Strawinskis "Le sacre du printemps" aus dem Jahre 1993 machte die Tanzgruppe bald von sich reden und führte das Stück weltweit auf. Das berühmteste Ensemblemitglied ist Carol Prieur, die 2010 sogar zur "Tänzerin des Jahres" gewählt wurde. Marie Chouinard zählte als Solistin zu den weltbesten experimentellen Performern, und mit ihrem Ensemble setzt sie den künstlerischen Erfolgskurs auch als Choreografin fort. Neben vielen weiteren Auszeichnungen ist Marie Chouinard Trägerin des "Ordre du Canada", die höchste Ehrung des Landes für Zivilpersonen. Der Tourneeplan der Compagnie Marie Chouinard, die immer wieder in Europa gastiert, findet sich im Internet:

 

Bild: Laurence Labat

Émilie Clepper: Sängerin
28. Februar 2011

in Québec

Émilie Clepper wurde in eine Familie aus Sängern und Songschreibern hinein geboren: Ihr Vater ist der aus Texas stammende Musiker Russell Clepper, der die Werke seiner Tochter bis heute stark beeinflusst. Das erste Album der Folksängerin aus Québec von 2008 trug den Titel "Things May Come" und wurde, wie auch das folgende Label "What You See", von den Kritikern hochgelobt. Mit ihrem melancholischen, tiefgründigen Gesang hat sich Émilie Clepper nicht nur in ihrer Heimatprovinz bereits eine feste Fangemeinde erarbeitet.

Denis Côté: Filmemacher
28. Februar 2011

in Québec

Der 1973 geborerne Denis Côté begann seine künstlerische Laufbahn in der Underground-Musikszene von Montréal, arbeitete anschließend einige Jahre als Radiomoderator und Filmkritiker und absolvierte am Collège Ahuntsic von Montréal ein Filmstudium. Im Jahr 2005 drehte Denis Côté seinen ersten Langfilm "Les Etats nordiques", mit dem er prompt den Goldenen Leoparden des Internationalen Filmfestivals von Locarno gewann. Innerhalb kurzer Zeit hat sich Denis Côté als zentrale Figur in der Québecer Filmwelt etabliert und innerhalb von fünf Jahren fünf Filme gedreht. Dabei setzt er auf kleine Budgets, viel Improvisation und den Einsatz von Laiendarstellern. Seit 2001 ist Denis Côté Vize-Präsident des Québecer Verbundes der Filmkritiker (AQCC). 2013 erhielt er  für seinen Film "Vic + Flo ont vu un ours"  den silbernen Bären auf der Berlinale.

Hélène Dorion: Poetin
28. Februar 2011

in Québec

Die 1958 in Québec geborene Dichterin Hélène Dorion hat bis heute rund 20 Gedichtbände veröffentlicht, die in 15 Ländern erschienen sind und vielfach ausgezeichnet wurden. Die Académie Mallarmé ehrte 2005 das Gesamtwerk von Hélène Dorion. Für ihre Gedichtsammlung "Le hublot des heures" erhielt sie im Jahre 2009 als erste Québecerin den renommierten Charles-Vildrac-Preis des französischen Literaturverbandes SGDLF, der von Persönlichkeiten wie Honoré de Balzac und Victor Hugo mit gegründet wurde. Auch in Deutschland ist Hélène Dorion regelmäßig zu Gast und stellt Québecer Literatur vor. Fans der Poetin können sie auf der internationalen Plattform lyrikline erleben, wo sie ein Dutzend ihrer Gedichte selbst liest.

Bernard Émond: Regisseur
28. Februar 2011

in Québec

Der 1951 in Montréal geborene Regisseur Bernard Émond arbeitete zunächst als Dokumentarfilmer, bevor er sich ab dem Jahr 2000 auch dem Spielfilm zuwandte. Dabei gilt Bernard Émond nicht als filmtechnischer Ästhet, sondern er stellt die Geschichten und ihre Figuren in den Mittelpunkt seiner Filme. Mit dem Regisseur Benoît Pilon schrieb er das Drehbuch zum vielfach preisgekrönten Streifen "Ce qu’il faut pour vivre". Beim Filmfestival von Locarno wurde Bernard Émond im Jahr 2009 mit drei Preisen ausgezeichnet, darunter für seinen Film "La donation" aus dem gleichen Jahr, bei dem er für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnete. "La donation" spielt in Montréal sowie in einer Kleinstadt in der Region Abitibi-Témiscamingue.

Bild: Michel Hafner, IMDb (www.imdb.de/media)

Gilles Gobeil: Komponist
28. Februar 2011

in Québec

Der in Montréal lebende Klangkünstler Gilles Gobeil gehört zu den bedeutendsten elektroakustischen Komponisten weltweit. Er selbst vergleicht seine Arbeit mit der eines mittelalterlichen Steinmetz, der das Material an Bruchstellen prüft. Gilles Cobeil bevorzugt kantige, klar konturierte Formen, die Dynamik von Spannung und Entspannung, und untermalt seine Werke mit extremen akustischen Texturen. Seine Werke wurden bei zahlreichen internationalen Wettbewerben ausgezeichnet, darunter in Bourges und bei der Ars Electronica. Seine DVD-Audio "Trilogie d’ondes" gewann den "Prix Opus" des Conseil Québécois de la Musique (CQM) als "Bestes Album 2004-05", und auch die CD "Le contra" wurde in dieser Kategorie nominiert. Seit 1992 hält Gilles Gobeil eine Professur am Collège de Drummondville in Québec.

Yannick Nézet-Séguin: Dirigent
28. Februar 2011

in Québec

Der 1975 in Montréal geborene Dirigent Yannick Nézet-Séguin zählt zu den erfolgreichsten Nachwuchskünstlern der Welt. Bereits während seiner Studienzeit, die er am Konservatorium zu Québec sowie am Westminster Choir College in Princeton absolvierte, übernahm er die Leitung eines Ensembles. 1997 wurde Yannick Nézet-Séguin zum Musikdirektor der Oper in Montréal berufen, drei Jahre später zum Chefdirigent und künstlerischen Leiter des Orchestre Métropolitain du Grand Montréal. Im Jahr 2012 übernimmt er die musikalische Leitung des Philadelphia Orchestra und wirkt bis dahin beim Rotterdam Philharmonic Orchestra. In Fachkreisen gilt Yannick Nézet-Séguin als "brillantes Chamäleon", als ein Musiker, der unterschiedlichste Repertoires beherrscht. Als Lehrmeister stark beeinflusst hat ihn der italienische Meister-Dirigent Carlo Maria Giulini (1914-2005).

Andréa Tyniec: Violonistin
28. Februar 2011

in Québec

Die Internationalität wurde Andréa Tyniec in die Wiege gelegt: Die Eltern stammen aus Bolivien und Polen, sie selbst ist in Québec geboren und aufgewachsen, wo sie schon früh ein großes Interesse an zeitgenössischer Kunst entwickelte. Ihr musikalisches Talent wurde früh entdeckt und gefördert, unter anderem durch ein Stipendium des "Québec Arts Council". Heute zählt Andréa Tyniec zu den talentiertesten Violonistinnen weltweit. Ihr Können wurde durch viele namhafte Auszeichnungen gewürdigt, darunter der Europäische Förderpreis für junge Künstler der Kulturstiftung Pro Europa. Auch Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter hatte diesen Preis einst erhalten. Andréa Tyniec trat als Solistin bereits auf Tourneen in Kanada und Europa auf und ist immer wieder bei Auftritten in Deutschland zu bewundern. Eine Übersicht der geplanten Konzerte ist auf ihrer Website abrufbar.

Geneviève Trudel: Fotografin und Designerin
28. Februar 2011

in Québec

Die junge Künstlerin aus Shawinigan-Sud in Québec wurde im Vorjahr beim Montréaler Design-Wettbewerb "Le taxi prend ses aires!" für das gemeinsame Konzept "Folium" mit zwei Berliner Industriedesignern ausgezeichnet. Sie erhielten den großen Preis des Publikums und den Preis des Taxigewerbes. Gesucht waren neue Ideen zur Gestaltung von Taxisäulen und angrenzenden Wartebereichen. Dass sich Geneviéve Trudel mit einem transatlantischen Team durchsetzte, erstaunt nicht: Zahlreiche Web 2.0-Aktivitäten der Künstlerin, die stark in sozialen Netzwerken und Blogs engagiert ist, unterstreichen ihre Internationalität. Die gestalterischen Projekte, aber auch eine weitere große Leidenschaft von Geneviève Trudel – die Porträtfotografie – stellt sie auf ihrer musikalisch sehr unterhaltsam umrahmten Website vor. Getreu ihrem Lebensmotto: "Meine Leidenschaft ist der Augenblick."

Geneviève Soly: Cembalistin
28. Februar 2011

in Québec

Die Québecer Cembalistin Geneviève Soly, die aus einer Musikerfamilie stammt, gründete im Jahr 1987 das Ensemble für Barockmusik "Les Idées heureuses", mit dem sie sich seither eine privilegierte Stellung in der Musiklandschaft Québecs erarbeitet hat. Mit ihrem Ensemble widmet sich die Musikerin seit mehreren Jahren intensiv dem Werk des deutschen Komponisten Christoph Graupner (1683-1760) und stellte dessen Kompositionen in einer gefühlvollen und sensiblen Interpretation auf zahlreichen internationalen Bühnen vor. 2006 traten Geneviève Soly und "Les Idées heureuses" auch in Darmstadt, der Geburtsstadt Graupners, auf. Zum 250. Todestag Graupners im Jahr 2010 fanden Geneviève Soly und das Ensemble weltweit viel Beachtung mit ihren Auftritten. Die Cembalistin rückt daher ihrem ehrgeizigen Ziel immer näher: "Ich möchte, dass man Christoph Graupner eines Tages in einem Atemzug mit Bach, Händel oder Telemann nennt."

Ontario,Georgian Bay - Hintergrundbild