Charaktere

Dennis Shorty
21. April 2010

in Yukon

Dennis Shorty (Ga Sa'ze ,, Des Hasen Neffe '' ) ist ein Mitglied des Wolf Clan der Kaska Nation und anerkannter Yukon First Nation Meister-Schnitzer. Er malt auch Acryl und Öl auf Leinwand. Dennis ist geboren und aufgewachsen im wunderschönen Ross River Gebiet. Viel Zeit verbrachte er mit seinen Großeltern und Eltern, welche sehr spirituelle Menschen waren. Dadurch spricht er fließend seine Ureinwohner-Sprache Kaska. Sein Vater und Großvater gaben ihre Kunstfertigkeit  an Dennis weiter. Das gibt Dennis' Kunstwerken eine wahre Verbindung mit seinen Vorfahren,dem Land und der spirituellen Welt. Im Alter von 15 Jahren fing er an, Holz zu schnitzen - zum Beispiel Pfeil und Bogen , Windspiele, Tiere und Holzspielzeuge. Im Alter von 18 Jahren begann er mit Kunst an Geweihen. Seitdem entwickelte Dennis kontinuierlich seine eigene Stilrichtung. 2008 gewann er die ' People Choice Auszeichnung' beim First Nation Kunst Festival in Whitehorse. Inzwischen ist er in zahlreichen einheimischen  Kunstausstellungen involviert und hat viele Preise gewonnen. Seit kurzem reicht sein Ruhm sogar bis Australien. Anfang 2010 wurde er als einer von 10 Yukon First Nation Künstlern auserwählt, um seine Kunst bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 auszustellen .  Dennis sagt dazu :,, In allem steckt der spirituelle Geist. Kunst zu erschaffen ist eine gewaltige Aufgabe. Und diese mit anderen zu teilen , ist eine Art Kommunikation und eine Art Nachricht, die der Künstler an den Betrachter weiterreichen will. Ich möchte meine traditionellen Legenden teilen. Wenn ich ein Kunstwerk vollendet habe, dann fühle ich eine große Befriedigung , welche mir Stolz , Freude und Frieden bringt ''.

www.dennis-shorty.com

Romy Jansen (55), Jägerin Juwelierin in Dawson City (Yukon)
1. Juni 2007

in Yukon

Romy ist Jägerin. Sie erlegt Elche und Karibus, wobei sie Elchfleisch bevorzugt: „Karibus haben mehr Wildgeschmack.“ Ich sehe sie an, eine stilbewusste, modische Frau, gekleidet in leuchtendes Gelb-Rot, ihr gekraustes blondes Haar zu einem frechen Dutt hochgebunden. Sie sitzt in ihrem Laden „Wild & Wooly“ in Dawson City neben einer Auslage von Goldschmuck, den sie selbst kreiert und zusammenlötet. Ein Gewehr kann ich mir auf den ersten Blick in Romys Händen nicht vorstellen. Wie man sich täuschen kann. Alles fing mit einem Diamantring an, den ihr der verliebte Holländer Rene vor dreißig Jahren kaufen wollte. „Was, du willst 15000 Franken für einen Ring ausgeben?“, habe sie zu ihm gesagt. „Mit diesem Geld möchte ich lieber in den Yukon reisen.“ Gesagt, getan. Innerhalb von drei Monaten wanderten sie nach Kanada aus. Die Einsamkeit und die Härte, sagt Romy, ist nicht für jede Frau: „Die schönen Fingernägel, die hat man hier nicht.“Am folgenden Tag düst sie mit ihrem Mann auf dem Schneemobil auf Yukons Berge zu – mit knallrotem Lippenstift natürlich.

„Wild & Wooly“, Inhaberin Romy Jansen, romy@northwestel.net

Foto: Copyright Bernadette Calonego

 

Eveline Topfmeier (36), Barfrau (Dawson City, Yukon)
1. Juni 2007

in Yukon

Hundemüde kommen wir um 9 Uhr abends im Hotel “Eagle Plains” an, ein bescheidenes Etablissement, das es nicht nötig hat, glamourös zu wirken. Denn diese Unterkunft am Dempster Highway hat keine Alternative zu fürchten. Während der Reise, für die wir zehn Stunden gebraucht haben, ist uns nur eine Handvoll Fahrzeuge begegnet, ein paar Schneehühner und zwei Rotfüchse. Jetzt sind wir hungrig, ahnen aber, dass die Küche im „Eagle Plains“ bereits geschlossen ist. Ratlos stehen wir beim Empfang. In jenem Moment erscheint ein rettender Engel in Gestalt von Eveline Topfmeier, ihres Zeichens Barfrau und Rezeptionistin. Wir sehen sie an wie eine überirdische Erscheinung. Nicht nur, weil sie ein fließendes, knöchellanges Ensemble trägt, während wir in fünf Schichten warme Kleidung gehüllt sind. Sie spricht uns auch auf Deutsch an und verkündet eine frohe Botschaft: „Die Küche ist zwar geschlossen, aber ich kann Ihnen Suppe mit Sandwich anbieten.“ Unsere Gastgeberin, so stellt sich heraus, war früher in Deutschland 18 Jahre lang Bartenderin. Doch eines Tages ließ sie Baden-Württemberg hinter sich, reiste mit ihren beiden Hunden („ein Husky und ein Yorkshire Terrier“) nach Kanada – und möchte nun da bleiben. Natürlich wollen wir trotz unserer Müdigkeit sogleich erfahren, was sie hierher an diesen gottverlassenen Ort verschlagen hat. „Das fragen mich die Leute oft“, sagt sie, „aber ich finde diese Ecke einfach fantastisch.

Email: eagleplains@northwestel.net
Foto: Copyright Bernadette Calonego

 

Manuela
1. Juni 2007

in Yukon

In einem Crescendo steigt ohrenbetäubendes Hundegebell in den stahlblauen Himmel. Plötzlich schneidet eine weibliche Stimme wie ein Messer durch den Tumult: „Ruhig!“ Und dann nochmals: „Spencer! Herschel! Ruhig!“ Und wie von Zauberhand verstummt der Lärm. Wir sehen uns beeindruckt an. Eine junge Frau läuft durch die Reihen und holt einen Hund um den andern heraus. Manuela Albicker weiß genau, welche Tiere sie für ihr Hundegespann will.
„Wir tauschen die Positionen aber immer wieder aus, weil es für die Leithunde am anstrengendsten ist“, sagt sie – zu unserer Überraschung auf Deutsch. Manuela (31) stammt aus dem Südschwarzwald. Sie hätte nie gedacht, dass sie eines Tages als Musherin (Hundeschlittenführerin) arbeiten würde, als sie im September 2006 nach Kanada reiste. Sie ist Schreinerin und wollte eigentlich im kanadischen Wintersportort Whistler und später in Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon Territoriums, Blockhäuser auf einer Pferderanch bauen. Aber plötzlich brauchten sie die Arbeitgeber nicht mehr. „Die Erfahrung mit den Hundeschlitten hab` ich nebenher gesammelt“, sagt sie. „Man wird nicht reich damit“, sagt Manuela und lacht. Aber ihr gefällt das Leben auf der Ranch, und sie will vorerst da bleiben. Im Sommer ist sie als Zimmermann im Einsatz. Sie verschalt gerade den Garagenanbau. „Damit ich nicht aus der Übung komme“, sagt sie.

Info: www.muktuk.com
E-Mail: kennelmanager@muktuk.com
Junge Leute aus der Schweiz, Österreich und Deutschland können als Freiwillige für einige Monate auf der Ranch arbeiten.
Foto: Copyright Bernadette Calonego

 

Ontario,Georgian Bay - Hintergrundbild